Einer aktuellen Studie zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und einem schweren Verlauf von COVID-19. COVID-19-Patienten mit Parodontitis hatten ein höheres Risiko, auf die Intensivstation aufgenommen und beatmet zu werden. Sogar ein tödlicher Ausgang der Erkrankung war häufiger als bei parodontal gesunden COVID-19-Patienten. |

Studie mit über 560 Patienten

In Katar sammelten Forscher medizinische und zahnmedizinische Daten aus elektronischen Gesundheitsakten von 568 Patienten, bei denen zwischen Februar und Juli 2020 COVID-19 diagnostiziert wurde. Neben den Daten zu Parodontitis protokollierten die Forscher andere Faktoren, die mit COVID-19- Komplikationen verbunden sein könnten, einschließlich Body Mass Index (BMI), Rauchen, Asthma, Herzerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck.

Fast neunmal häufiger tödlicher Ausgang von COVID-19

Von den 568 Patienten hatten 258 (45 %) eine Parodontitis. Nach Anpassung an Alter, Geschlecht, BMI, Raucherstatus und andere Bedingungen zeigte sich bei 40 COVID-19-Patienten mit Parodontitis, dass sie generell 3,7-mal häufiger Komplikationen erlitten als Patienten ohne Parodontitis. Sie mussten 3,5-mal häufiger auf die Intensivstation, 4,6-mal häufiger beatmet werden und starben 8,8-mal häufiger an COVID-19. Die Entzündung könnte die erhöhten Komplikationsraten erklären, denn die Entzündungsmarker im Blut waren bei COVID-19-Patienten mit Parodontitis signifikant höher als bei Patienten ohne Parodontitis.

Parodontitis und Lungenerkrankungen

Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Lungenerkrankungen wie Asthma, Lungenentzündung und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung ist schon länger gut bekannt. Parodontale Bakterien könnten von Patienten mit Parodontitis inhaliert werden und die Lunge infizieren. Dies könne zur Verschlechterung des Verlaufs von COVID-19 beitragen und das Todesrisiko erhöhen, erklärte der Madrider Professor für Parodontologie und Mitautor der Studie Mariano Sanz. Wichtig wäre, dass das Krankenhauspersonal COVID-19-Patienten mit Parodontitis identifiziere und orale Antiseptika verabreiche, um die Übertragung von Bakterien zu verringern, meinte Sanz.

Parodontitistherapie: Hohe Bedeutung in der Pandemie

DG PARO-Präsidentin Prof. Bettina Dannewitz ergänzt: „Die Feststellung und Aufrechterhaltung der parodontalen Gesundheit kann ein wichtiger Bestandteil d