Für Verunsicherung sorgte in der vergangenen Woche eine zunächst von der französischen Agentur AFP und dann weltweit verbreitete Meldung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Kernaussage: Wegen besonderer Infektionsgefahr sollten alle nicht unbedingt notwendigen Zahnarztbesuche unterbleiben. Bestenfalls eine Halbwahrheit, wie sich bei genauerer Analyse herausstellte. Das gelte so jedenfalls nicht für Deutschland, stellte dazu FVDZ-Bundesvorsitzender Harald Schrader fest. Wer die Originalpublikation lese, werde feststellen, dass die Mahnung zur Vorsicht „sich auf Regionen bezieht, in denen die Infektionszahlen hoch und die Hygienestandards in den Praxen niedrig sind. „In Deutschland ist das völlig anders“, so Schrader. „Hier gelten in allen Zahnarztpraxen schon seit Jahren die weltweit strengsten Hygienevorschriften – und die werden auch eingehalten und kontrolliert.“ Zusätzlich würden bei der Arbeitsvorbereitung und im „Publikumsbereich“ alle erforderlichen Maßnahmen zur Abstandswahrung und Infektionsprophylaxe ergriffen.

Die Bundeszahnärztekammer betonte, die Meldung basiere offenbar auf einer Übersetzungs- und Interpretationsungenauigkeit. Bei zahnärztlichen Behandlungen bestehe kein erhöhtes Infektionsrisiko, es gebe mithin keine Veranlassung, Behandlungs- oder Vorsorgetermine aufzuschieben.

Quelle: fvdz, bzaek, jh (Stand: 20.08.2020)